Umweltschutz schafft Chancen

Am liebsten halte ich mich draußen auf – im eigenen Garten, beim Spazierengehen mit dem Hund, beim Radeln und beim Wandern in den Bergen. Ich liebe die Natur und ich möchte, dass wir alles dafür geben, um sie auch für nachfolgende Generationen zu bewahren. Dazu muss sich vieles verändern. Unser aktuelles Wirtschaftssystem fußt auf einer Ausbeutung der Umwelt – immer mehr Konsum verbraucht Ressourcen. Dabei geht es in erster Linie nicht um den Konsum einzelner, die zwischen Umweltschutz und Lebensqualität entscheiden müssen, sondern um unsere Gesamtverantwortung als Gesellschaft. Deshalb brauchen wir jetzt eine sozial-ökologische Wende. Nur so können wir auch für zukünftige Generationen Chancen bewahren. Dabei sind mir folgende Punkte besonders wichtig: 

  • Mobilität für alle sicherstellen Mit Bus, Bahn, Fahrrad und (nicht unbedingt eigenem) Auto
  • Verkehr umweltfreundlich umbauen
  • schneller Umstieg auf erneuerbare Ressourcen in allen Bereichen – Erneuerbare Energien Gesetz sinnvoll reformieren!
  • Reduce, Reuse, Recycle – Ressourcenverbrauch reduzieren
  • Arten schützen und Biodiversität erhalten

Mobilität für alle sicherstellen – Mit Bus, Bahn, Fahrrad und (nicht unbedingt eigenem) Auto

Jede Person sollte alle Plätze in ihrer Umgebung erreichen können, die sie erreichen möchte. Um mobil zu sein, nutzen die meisten Menschen in unserer Region aktuell das eigene Auto. Das liegt auch daran, dass es keine anderen Möglichkeiten gibt oder diese nicht attraktiv genug sind. Deshalb müssen wir im Nah- und Fernverkehr das Angebot verbessern, das Fahrradfahren attraktiver gestalten und Optionen wie Carsharing, bei denen Menschen zunehmend auf das eigene Auto verzichten, unterstützen. 

Die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hängt in großem Maße von einer guten Taktung ab. Das bedeutet, dass Bus und Bahn nicht nur regelmäßig – mindestens halbstündlich – fahren, sondern die Menschen auch so schnell wie möglich und mit wenig Wartezeiten von A nach B kommen. Dabei müssen sich die Angebote nicht nach dem Profit, sondern nach den Bedürfnissen der Menschen richten. Die Verantwortung für den Verkehr sollte in der jeweiligen Kommune bzw. im Landkreis liegen und muss ausfinanziert sein. Rufbusse können insbesondere in Gebieten, in denen wenig Menschen wohnen, und außerhalb der Hauptverkehrszeiten eine sinnvolle Ergänzung zum Linienbusbetrieb sein. Außerdem muss es für ALLE möglich sein, den Öffentlichen Verkehr zu nutzen, deshalb ist es wichtig, das es langfristig für alle kostenlos gestaltet werden kann. Bis dahin ist das 365€ Ticket schon einmal ein guter Anfang.

Das Fahrrad ist für kurze Wege das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel Nummer 1. Doch wir müssen dem Fahrrad mehr Vorteile zugestehen als dem Auto, um gerade für kurze Fahrten eine echte Alternativ darzustellen. Wir brauchen für sicheres Radfahren mehr innerörtliche Radwege ebenso wie Radwege, die unsere Kommunen verbinden. In größeren Kommunen sollten zudem Fahrradzonen eingeführt werden und es muss an allen ÖPNV-Haltestellen die Möglichkeit geben, das eigene Fahrrad sicher abzustellen.

Verkehr umweltfreundlich umbauen

Der gesamte Verkehrssektor ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen. Das müssen wir ändern, um unsere Klimaziele zu erreichen. Wir investieren in einen ökologischen und nachhaltigen Verkehr in allen Bereichen. Um den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern müssen Anreize geschaffen werden, denn es darf nicht billiger sein Güter mit dem Lastwagen über die Autobahn zu transportieren. Insgesamt sollte in Zukunft mindestens genauso viel Geld für die Schiene wie wir für Straßen ausgeben werden! Gleichzeitig müssen zeitnah alle Bahnstrecken elektrifiziert werden, um Diesellocks, die viele Emissionen produzieren, in den Ruhestand zu schicken und mit einem einheitlichen System effizienter agieren zu können. 

Darüber hinaus setze ich mich für den Ausbau der E-Mobilität ein. Batteriebetriebene E-Autos haben einen deutlich höheren Wirkungsgrad als benzin- oder dieselbetriebene Fahrzeuge, da es kaum Umwandlungsverluste gibt und die Energie direkt in die Fortbewegung fließt. Als Vorbilder dabei sollen die Kommunen und Landkreise vorangehen, indem sie ihre kommunalen Flotten auf E-Mobilität umstellen. Essenziell ist zudem eine ausreichende Ladeinfrastruktur und kostenlose Parkmöglichkeiten an Ladestationen. Des Weiteren sollten Bürger*innen zu jeder Zeit die Gelegenheit haben, sich bei der jeweiligen Kommune zum Thema E-Mobilität zu informieren. 

Bei all dem Lob für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge, darf man allerdings die Herstellung nicht aus den Augen verlieren. Für die Produktion einer Batterie werden seltene Erden in Form von Kobalt und Lithium benötigt. Der Einsatz dieser Stoffe ist sowohl unter dem Aspekt der Umweltfreundlichkeit zu betrachten als auch unter dem Aspekt der Menschenrechte beim Abbau der Erden vor Ort. Deshalb muss die Forschung vorangetrieben werden, sodass der Bedarf an seltenen Erden in Zukunft auf einen Minimum reduziert werden kann oder diese durch unproblematische Stoffe ersetzt werden können. Ist dies nicht erfolgreich, müssen klare EU-Richtlinien für den Abbau geschaffen und Ausbeutung der Arbeiter*innen effektiv verhindert werden. Durch ein bundesweit koordiniertes Recycling Programm für die produzierten Batterien sind darüber hinaus Einsparungen möglich.

Schneller Umstieg auf erneuerbare Ressourcen in allen Bereichen - Erneuerbare Energien Gesetz sinnvoll reformieren!

Mit Unterzeichnung des Übereinkommens von Paris 2015 hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, ihren Beitrag für die Einhaltung der 1,5 Grad Grenze zu leisten. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, müssen wir so schnell wie möglich von fossilen und atomaren Energiequellen auf 100% erneuerbare Energien umsteigen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Stromerzeugung, denn auch in der Industrie, im Verkehr oder dem Wärmsektor werden die Klimaziele nur durch den vermehrten Einsatz von klimafreundlichem Strom zu erreichen sein. Der Stromsektor muss deshalb bereits bis 2030 nahezu klimaneutral sein.

Das zentrale Förder- und Steuerungsinstrument für die Energiewende im Stromsektor ist das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz), es hat die klimafreundlichen Technologien Photovoltaik und Windenergie zu den weltweit günstigsten Formen der Stromerzeugung gemacht. Aber das EEG ist dringend reformbedürftig, damit es weder seinen ursprünglichen Zweck als Fördergesetz erfüllen kann und den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht weiter durch Überregulierung zum Beispiel beim Bau großer Solaranlagen oder beim Mieter*innenstrom bremst. Zugleich bringt der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere im Bereich der Sektorenkopplung und Stromspeicher, Anforderungen hervor, denen das EEG in seiner jetzigen Form nicht genügt.

Die Energiewende ist mehr als das Ersetzen klimaschädlicher durch klimafreundlicher Technologien. Die Demokratisierung dieses Wirtschaftszweiges ist von zentraler Bedeutung und wesentlicher Bestandteil der Transformation. Mein Ziel ist ein möglichst dezentraler Ausbau der erneuerbaren Energien. Kommunale Unternehmen, Genossenschaften und Bürger*innenenergiegesellschaften sollen Hauptakteur*innen für eine gerechte Energiewende sein, die die Bürger*innen vor Ort in Planung und Bau neuer Anlagen einbeziehen. 

Der Strommarkt in seiner aktuellen Form wurde für ein zentralistisches System auf Basis fossiler Energien konstruiert und verhindert, dass sich erneuerbare Energien über diesen Markt verlässlich refinanzieren können. Ohne eine grundlegende Reform des Strommarktes hängt der Ausbau der Erneuerbaren bis auf weiteres an planbaren und verlässlichen Regelungen im EEG. In Zukunft muss insbesondere die Solarenergie als dezentralste Form klimafreundlicher Stromerzeugung gestärkt werden, aber auch Windenergie mit Blick auf lokale Gegebenheiten und unter Berücksichtigung von Immissions- und Umweltaspekten gerecht verteilt ausgebaut werden. Darüber hinaus fördern wir die Entwicklung und Erzeugung von grünem Wasserstoff (Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wird). Stromspeicher sind als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge frühzeitig zu etablieren.

Reduce, Reuse, Recycle - Ressourcenverbrauch reduzieren

Mit Ausnahme des Jahres 2020 verlagerte sich der Earth Overshoot Day immer weiter nach vorne. Der “Erdüberlastungstag” ist der Tag des Jahres, an dem wir Menschen mehr nachwachsende Rohstoffe verbraucht haben, als auf der Erde in einem Jahr produziert werden können. Während der weltweite Überlastungstag zwischen Juli und August liegt, findet er in Deutschland bereits Anfang Mai statt. Mit unserer Art zu wirtschaften verbrauchen wir so viele Ressourcen, dass wir für eine nachhaltige Nutzung drei Erden bräuchten. So kann es nicht weitergehen. Wir müssen deshalb alle Anstrengungen unternehmen, um in Zukunft natürliche Ressourcen zu sparen und so effizient wie möglich zu verwenden. Im Interesse zukünftiger Generationen und auch des globalen Südens ist eine vollständige Kreislaufwirtschaft unser Ziel.

Die Kreislaufwirtschaft ist das Gegenteil der Wegwerfwirtschaft. Produkte sollen nicht nach einmaliger Nutzung in den Müll wandern, sondern auch nach intensiver Nutzung als Sekundär-Rohstoffe soweit wie möglich wiederverwertet werden. Wir wollen das Prinzip der Produktverantwortung für Hersteller*innen zur Regel machen. Außerdem wollen wir die privatwirtschaftliche Entsorgung und Verwertung von Abfall und Reststoffen soweit als möglich wieder in öffentliche Hände legen sowie so regulieren und kontrollieren, dass Abfallvermeidung und echtes Recycling die Regel sind, um die Verbrennung und den Export von Abfall zu verhindern.

Arten schützen und Biodiversität erhalten

Die Biodiversität hat in den vergangenen Jahrzehnten in erschreckendem Maße abgenommen. Bei Vögeln und Schmetterlingen sind die Bestände zum Beispiel seit 1990 um über 30% zurückgegangen, von den in Deutschland heimischen Wildbienenarten sind über die Hälfte im Bestand bedroht. Ursachen für den Rückgang der Biodiversität sind vielfältig: Grünflächen und Moore werden für den Bau von Straßen oder auch den Ackerbau zerstört, Böden sind überdüngt oder durch Giftmüll oder Pestizide verunreinigt, invasive Arten, die von Menschen eingebracht wurden, breiten sich aus, und auch der Klimawandel trägt zum Artensterben bei. Ohne Vielfalt können Ökosysteme nicht funktionieren. Deshalb müssen wir unsere Anstrengungen, die Biodiversität zu erhalten, massiv verstärken. Dass alleinige Anlegen von Blühstreifen ist hier nicht hilfreich.

Vielmehr bedarf es einer Umstellung der Subventionen für Landwirt*innen, sodass es für diese wirtschaftlich reizvoll ist, Grünflächen biodiversitätsfreundlich zu gestalten. Auch im Bereich der Land- und Forstwirtschaft ist das Handeln auf unseren immensen Ressourcenverbrauch ausgerichtet – eine Reduktion des Verbrauchs in unserem Wirtschaftssystem kann also ebenso einen positiven Effekt auf die Biodiversität haben. Ebenso muss mehr Geld für die Pflege von Naturschutzgebieten und ökologischen Korridoren ausgegeben werden. Die Gesundheit von Ökosystemen und Menschen ist eng verbunden – wir müssen diese Verbindungen in ihrer Komplexität anerkennen und bei allen Entscheidungen in landwirtschaftlichen und urbanen Lebensräumen berücksichtigen und priorisieren. Sämtliche Ziele im Bereich der Biodiversität sollten regelmäßig kontrolliert und die entsprechenden Maßnahmen kritisch evaluiert werden – ansonsten bleibt das Bemühen ein reines Lippenbekenntnis.

Du möchtest mehr über meine Inhalte erfahren?